digital & gluecklich

Satz & Sieg 021208

021208 · Kommentar schreiben

Mehr als fünfzehn Jahre vergingen. Draußen dämmerte es, in den Zimmern war es schon dunkel.

Boris Pasternak, »Luftwege« (Erzählung).

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Was Frau Merkel so sagt

271108 · Kommentar schreiben

Wenn Frau Merkel sagt, jetzt wäre die Zeit für Maß, Mitte und praktische Vernunft, sagt sie damit ja auch, wir hätten bislang die Zeit für Unmaß, Extremismus und Unvernunft (theoretische, vielleicht, oder unpraktische Vernunft?) gehabt. Und wann ist es dann wieder soweit?

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Dumme Gedanken

Spieltrieb

251108 · Kommentar schreiben

Und wenn die Freude an der Macht des modernen Lebens mit uns durchgeht, öffnen wir das Auto per Fernbedienung auch schon mal aus zehn Metern Entfernung.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Rinde & Rand

Satz & Sieg 251108-3

251108 · Kommentar schreiben

Immer wieder mal fragte er sich, wie das Leben wohl ohne ersten Stock aussähe und wie Menschen denn in einem im Ranch-Stil oder mit Halbstockwerken erbauten Haus miteinander auskommen konnten, ohne so etwa einmal jährlich Amok zu laufen.

Thomas Pynchon, »Tiefland« (Kurzgeschichte).

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Satz & Sieg 251108-2

251108 · Kommentar schreiben

Immer hatte mich das in Erstaunen versetzt – die Fähigkeit geselliger Wochenendfeierer, fast sofort und durch eine rein empirische, aber sehr genaue Methode einen gemeinsamen Nenner der Betrunkenheit zu finden, an den sich ein jeder loyal hält, bis sie alle zusammen sich auf den nächsten tieferen Pegelstand hinabbegeben.

Vladimir Nabokov, »Die Schwestern Vane« (Kurzgeschichte).

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Satz & Sieg

Satz & Sieg 251108-1

251108 · Kommentar schreiben

Tom war ein Enthusiast, und wenn ein Thema, für das er sich gerade begeistern wollte, ihn dann doch überforderte, wurde er leicht düster, als wäre die Welt ein hoffnungsloser Ort.

Richard Ford, »Nachsicht« (Kurzgeschichte).

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Ich bin dann mal da.

290908 · Kommentar schreiben

Ich war nicht nur lange weg, sondern tatsächlich auch ein bißchen weg, zu Fuß, in Spanien. Darüber werde ich bald mehr schreiben.

Überhaupt werde ich wieder mehr schreiben hier. Nicht sofort, eher so nach und nach. Aber das ist hier ja auch schon was.

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Where In This World

150508 · Kommentar schreiben

Ja, ich poste nur zögernd zwei Videos hintereinander, aber hier passen Musik und Bild und Hinterbild nur zu gut wie die Faust auf mein eh schon blaues Auge und ich muß weinen.

The Notwist, »Where In This World«

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Hören & Sehen

we dance

130508 · Kommentar schreiben

There is no castration fear
In a chair you will be with me
We’ll dance
But no one will dance with us
In this zany town
Chim-chim-chim-cheerie sing a song of praise
For your elders, they’re in the back
Pick out some brazilian nuts for your engagement
Check that expiration date, man,
It’s later than you think
You can’t enjoy yourself, I cant enjoy myself
Move that swing and
Watch it break, strength like an ox
But I wont be there to leave you
’cause I dont have a clue anymore
Maybe we could dance together
Together
Together
Together
First time you’ll see
And then you’ll be
Five times forever
And youll never get lost

Steve Malkmus [Pavement], »We Dance«

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Transport is arranged

010508 · Kommentar schreiben

Immer wieder fällt es mir jetzt auf, daß die da alle immer nur das Gleiche tun. Sie stehen da, erzählen was von ihrem Job, ihrer Beförderung, ihrer Beziehung – Beziehung, was soll das überhaupt heißen, was soll das eigentlich bedeuten, soll das was rüberbringen, soll mir das etwas sagen? Neun Jahre kann ich da immerhin vorweisen – oder dem neuen Möbel in ihrer Wohnung. Meine Gedanken schweifen in dem Moment ab, in dem ich das »Weißt du…« höre, oft auch beim »Also, mein…« und sofort natürlich beim »Ich hab’ ja…«, letzten Endes ist das aber auch nur Klischee, das Abschweifen. Wer modern sein will, konzentriert sich. Zenhabits-dot-net. Ich auch. Das erste Buch mit »Zen« im Titel habe ich mir vor 18 Jahren gekauft, dazu was über die Kabbala und den kompletten Castaneda. Nichts davon war bislang allerdings dabei hilfreich, mir zu erklären, warum all die Töne mir schal und immer schaler vorkommen. Warum so viele Töne immer mehr der Sack Reis in China werden, obwohl doch all diese Arbeit drinnsteckt . Fäkalausdruck! Dazu würde ich jetzt gerne was gegen die Wand schmeißen, tue es aber nicht. Lahme Offenbarung, das. Laß uns eine Tragödie daraus machen, dann interessiert es vielleicht jemanden. Wenn das zynisch klingt, wird es das wahrscheinlich auch sein.

Was soll das denn überhaupt sein, das Verstehen? Kann ein Verstehen sich strecken? Kann es, wenn man will, Tentakeln haben, die genau dahin greifen, wo man das Verstehen gerne hätte?. Ein Transportunternehmen zu engagieren wäre bestimmt einfacher. Einfacher. Einfacher. Nein.

Wie wird das Bekannte zur Fremdsprache? Wäre ich eine Birke, könnte ich jetzt wohl nach Tapetenwechsel verlangen, ich bin aber keine und der Kern der Verletzung steckt nicht da im Holz, auch nicht in der Rinde oder der Wurzel, der steckt in der Erde. Kein Wunder, da komme ich ja her, da kommt alles her und wieder hin. Aber da wartet Einer, genau 1, und der hört nicht auf zu warten, kann er auch nicht, er will ja was haben, aber das kommt nicht, es kommt nicht und kommt nicht weil das andere Ende im Kreis läuft, in Panik, nichts mehr kennt, die Sprache nicht versteht und am Behauptungsschwall erstickt, weil die Behauptung von allen Seiten hereinbricht, weil die Behauptung des Guten gut ist, war und sein wird, weil Behauptung, Wollen, Wünschen und Können sich nie die Wohnung teilen werden, weil ich nicht mehr ganz richtig bin im Kopf und taub und deswegen alles verloren habe.

Und ich sage danke. »Danke.«

Transport is arranged.

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