Immer wieder fällt es mir jetzt auf, daß die da alle immer nur das Gleiche tun. Sie stehen da, erzählen was von ihrem Job, ihrer Beförderung, ihrer Beziehung – Beziehung, was soll das überhaupt heißen, was soll das eigentlich bedeuten, soll das was rüberbringen, soll mir das etwas sagen? Neun Jahre kann ich da immerhin vorweisen – oder dem neuen Möbel in ihrer Wohnung. Meine Gedanken schweifen in dem Moment ab, in dem ich das »Weißt du…« höre, oft auch beim »Also, mein…« und sofort natürlich beim »Ich hab’ ja…«, letzten Endes ist das aber auch nur Klischee, das Abschweifen. Wer modern sein will, konzentriert sich. Zenhabits-dot-net. Ich auch. Das erste Buch mit »Zen« im Titel habe ich mir vor 18 Jahren gekauft, dazu was über die Kabbala und den kompletten Castaneda. Nichts davon war bislang allerdings dabei hilfreich, mir zu erklären, warum all die Töne mir schal und immer schaler vorkommen. Warum so viele Töne immer mehr der Sack Reis in China werden, obwohl doch all diese Arbeit drinnsteckt . Fäkalausdruck! Dazu würde ich jetzt gerne was gegen die Wand schmeißen, tue es aber nicht. Lahme Offenbarung, das. Laß uns eine Tragödie daraus machen, dann interessiert es vielleicht jemanden. Wenn das zynisch klingt, wird es das wahrscheinlich auch sein.
Was soll das denn überhaupt sein, das Verstehen? Kann ein Verstehen sich strecken? Kann es, wenn man will, Tentakeln haben, die genau dahin greifen, wo man das Verstehen gerne hätte?. Ein Transportunternehmen zu engagieren wäre bestimmt einfacher. Einfacher. Einfacher. Nein.
Wie wird das Bekannte zur Fremdsprache? Wäre ich eine Birke, könnte ich jetzt wohl nach Tapetenwechsel verlangen, ich bin aber keine und der Kern der Verletzung steckt nicht da im Holz, auch nicht in der Rinde oder der Wurzel, der steckt in der Erde. Kein Wunder, da komme ich ja her, da kommt alles her und wieder hin. Aber da wartet Einer, genau 1, und der hört nicht auf zu warten, kann er auch nicht, er will ja was haben, aber das kommt nicht, es kommt nicht und kommt nicht weil das andere Ende im Kreis läuft, in Panik, nichts mehr kennt, die Sprache nicht versteht und am Behauptungsschwall erstickt, weil die Behauptung von allen Seiten hereinbricht, weil die Behauptung des Guten gut ist, war und sein wird, weil Behauptung, Wollen, Wünschen und Können sich nie die Wohnung teilen werden, weil ich nicht mehr ganz richtig bin im Kopf und taub und deswegen alles verloren habe.
Und ich sage danke. »Danke.«
