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Transport is arranged

010508 · Kommentar schreiben

Immer wieder fällt es mir jetzt auf, daß die da alle immer nur das Gleiche tun. Sie stehen da, erzählen was von ihrem Job, ihrer Beförderung, ihrer Beziehung – Beziehung, was soll das überhaupt heißen, was soll das eigentlich bedeuten, soll das was rüberbringen, soll mir das etwas sagen? Neun Jahre kann ich da immerhin vorweisen – oder dem neuen Möbel in ihrer Wohnung. Meine Gedanken schweifen in dem Moment ab, in dem ich das »Weißt du…« höre, oft auch beim »Also, mein…« und sofort natürlich beim »Ich hab’ ja…«, letzten Endes ist das aber auch nur Klischee, das Abschweifen. Wer modern sein will, konzentriert sich. Zenhabits-dot-net. Ich auch. Das erste Buch mit »Zen« im Titel habe ich mir vor 18 Jahren gekauft, dazu was über die Kabbala und den kompletten Castaneda. Nichts davon war bislang allerdings dabei hilfreich, mir zu erklären, warum all die Töne mir schal und immer schaler vorkommen. Warum so viele Töne immer mehr der Sack Reis in China werden, obwohl doch all diese Arbeit drinnsteckt . Fäkalausdruck! Dazu würde ich jetzt gerne was gegen die Wand schmeißen, tue es aber nicht. Lahme Offenbarung, das. Laß uns eine Tragödie daraus machen, dann interessiert es vielleicht jemanden. Wenn das zynisch klingt, wird es das wahrscheinlich auch sein.

Was soll das denn überhaupt sein, das Verstehen? Kann ein Verstehen sich strecken? Kann es, wenn man will, Tentakeln haben, die genau dahin greifen, wo man das Verstehen gerne hätte?. Ein Transportunternehmen zu engagieren wäre bestimmt einfacher. Einfacher. Einfacher. Nein.

Wie wird das Bekannte zur Fremdsprache? Wäre ich eine Birke, könnte ich jetzt wohl nach Tapetenwechsel verlangen, ich bin aber keine und der Kern der Verletzung steckt nicht da im Holz, auch nicht in der Rinde oder der Wurzel, der steckt in der Erde. Kein Wunder, da komme ich ja her, da kommt alles her und wieder hin. Aber da wartet Einer, genau 1, und der hört nicht auf zu warten, kann er auch nicht, er will ja was haben, aber das kommt nicht, es kommt nicht und kommt nicht weil das andere Ende im Kreis läuft, in Panik, nichts mehr kennt, die Sprache nicht versteht und am Behauptungsschwall erstickt, weil die Behauptung von allen Seiten hereinbricht, weil die Behauptung des Guten gut ist, war und sein wird, weil Behauptung, Wollen, Wünschen und Können sich nie die Wohnung teilen werden, weil ich nicht mehr ganz richtig bin im Kopf und taub und deswegen alles verloren habe.

Und ich sage danke. »Danke.«

Transport is arranged.

Kategorien: Dumme Gedanken · Krumme Texte

China, noch.

180108 · Kommentar schreiben

Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
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Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
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Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wir arbeiten. Stecken, schrauben, kleben.
Wandern.

Wir falzen, wir hämmern, wir richten,
wir zurren, wir schieben, wir klammern,
wir drücken, wir nageln, wir schweißen,
wir nieten, wir löten, wir biegen.
Wir brechen. Nicht.

Wir brechen. Nicht.

Wandern.

Wir planen. Wir warten. Nicht mehr.
Wir werden. Wir sind.
Wir sind da.

Kategorien: Krumme Texte

Grüße nach Österreich II

090108 · 3 Kommentare

Da steht sie also. Sie steht da und da steht sie also. So. Wenn ich hinter ihr stehe, kann ich den Hals nicht sehen, weil das Haar so prächtig über die Schultern fällt. Ich kann also sehen, wie ich den Hals nicht sehe und das macht mich, das macht was mit mir, das macht mich anders, aber nicht als Andere, nicht wie Andere meine ich natürlich, es macht mich! Mich! Ich bin gemacht von ihr und ihren Haaren! Keratin, Keratin, Keratin für mich! Und hin und her und hin und her über die Salzbrücken! Disulfidbrücken, Wasserstoffbrücken und Salzbrücken, Peptidspirale rauf und runter. Direkt in meine DNS, die DNS, die DNSS – ja klar. Eh klar! Scheiße! – Sie sagt immer wieder ficken. Sie meint es nicht und ich weiß, daß sie es nicht meint, aber eigentlich müsste ein normaler Mensch denken, ficken ist geil und wir tun das jetzt und das ist geil, das wird geil, ich bin geil oder heil, heil mir oder mich und verdammt sie hat Spliss! …Spliss! Was macht die denn den ganzen Tag? Lässt ihr fransiges Maul nur auf was zum Reinschieben warten und hat nicht das Hirn sich endlich was gegen den Scheißspliss zu kaufen? Aah! Das geht nicht, das geht doch nicht! Ich kann, ich kann mir so nicht vorstellen, was passiert, mir reißt der Kopf ab, richtig wirklich ab reißt der, bis ich ohne Kopf daherkomme.

Übrigens –

Schmidt und Schmied der Guillotine kamen aus Deutschland. Ist das Enthaupten eine deutsche Kunst? Wow, wie witzig! Tod, Meister, Deutschland. Tod, Meister, Deutschland, Nacht. Denken, Nacht, Deutschland, Tod. Schmidt. Richter. Henker. Henkel, Denker, Dichter. Ach, der Richter auch? Meister Henkel macht die Lampe proper aus. Dann ist Dunkel wo man hinsieht und nirgendwo noch Saus und Braus. Au, verflucht, der Flug ist schon gebucht, wird verpasst, es wird gehasst zuletzt zuhaus.

Weiß noch jemand einen Reim? Weiß noch irgendjemand einen beschflixten Rei-heim?

Horst-Eberhard oder Gerhard? Hart sind beide, hart ist es auf jeden Fall. Womit wir wieder am Anfang wären, und das ist eigentlich nicht mein Stil, Sie wissen schon, ich verkehre nicht mit Karl Auer.

So. Und welches Arschloch lacht da jetzt nicht? Du hast bezahlt und lachst jetzt nicht? Aha, Privatfernsehen? Ist noch teurer. Kennwort: Lebenszeit. Einsendeschluß: Am Ende/hinterher/zu früh. Wer aber will das tatsächlich behaupten, zu früh? Ist es das denn wert, will sagen, ist das denn was wert?

Kategorien: Krumme Texte

Grüße nach Österreich I

090108 · Kommentar schreiben

Ein Ruck am Kabel und alles rummst, kippt, fällt. Ich hasse das. Die schön aufgereihten, sorgfältig plazierten Dinge der elektrischen Welt geraten durch geringe Aufmerksamkeit in Unordnung, dabei präsentieren sie die Überlegungen hinter ihrer Anordnung sowieso erst auf den zweiten Blick. Hassenswertes Versagen. Versagen der Aufmerksamkeit. Wenn das Hirn nicht da ist, wo der Körper ist und alles Andere ist, weil es da ist, wo Körper und Anderes sein werden, ist allerdings auch nicht viel anderes zu erwarten. Und dabei sieht man ja nicht einmal in die Zukunft, es ist nur ein Wunsch. Oder vielleicht auch ein Gegenwunsch, man kann ja auch da sein, wo man nicht hin will. Das ist häufig so, jedenfalls bei manchen Menschen – ja, gewisse Menschen sind das schon fast. Die können dann im zeitraubenden privat-rechtlosen Fernsehen bestaunt werden, wie sie von A nach B umziehen ohne auch nur die geringste Ahnung von B zu haben, nicht einmal sprechen können sie dort. Die das filmen und zu uns nach Hause schicken, nennen das dann Wirklichkeitsfernsehen und können davon leben. Ob auch damit, das geht mich nichts an, das geht niemanden etwas an. Es interessiert niemanden, das steht noch davor. Und wen es interessiert, der ist niemand, kein Jemand jedenfalls und keinesfalls jemand, der was ist, auch wenn es so scheint. Aber hier bin ich natürlich mal wieder viel zu ehrlich und der Drache Welt wird mich mit Freuden verschlingen, weil die Zynik an meiner Reise nicht teilnimmt. Das könnte man mutig nennen, würde so aber nicht den Kern treffen und wenn doch, wäre es ohne Belang, der Kern interessiert erst bei seiner Schmelze und auch dann erst, wenn es schon zu spät ist. Das ist noch viel schlimmer als im Fernsehen, da kann man machen, was man will. Nicht einmal sich ganz nah an das strahlende Gerät zu setzen hilft da, selbst wenn man die Stirne an die Mattscheibe drückt, wenn man sich mit allem, was man da irgendwie hinbiegen kann, direkt daran drückt, bekommt man auch nicht den Hauch einer Ahnung vom Strahlen des schmelzenden Kerns. Selbst, wenn die Röhre über das Strahlen strahlt, nicht. Selbst dann nicht. Selbst ist man dann aber wenigstens im letzten Moment komplett. Das hoffe ich jedenfalls, furchtbar der Gedanke, im letzten Moment nicht ganz bei sich zu sein. Andererseits wäre das ja doch wie im richtigen Leben. Vielen würde es wohl so gehen, daß sie einfach aufhörten

Kategorien: Krumme Texte

Wurzelsepp

080108 · Kommentar schreiben

Gegeneinander und -über,
gleichzeitig und -förmig.
Warum überhaupt und -legen?

Weil weltweit wie -fremd einander gut kennen.

Kategorien: Krumme Texte

Fideler Dialog I

090507 · Kommentar schreiben

A: Geh’n Sie!

B: Wieso gehen?

A: Nein, geh’n.

B: Ja, gehen.

A: Nein nein, geh’n.

B: Aber warum?

A: Es ist kürzer.

B: Ah, so wie ‘Gähn’. [zieht einen Comic hervor]

A: Das ist dann aber viel kürzer!

B: Warum auch nicht?

A: Möglicherweise zu kurz.

B: Möglich.

A: Es transzendiert.

B: Nicht wirklich.

A: Bitte? Ich wirke nicht?

B: Aber sicher doch. Sie sind ja da.

A: Nicht, wenn Sie fort wären.

B: Verstehe, also gehe ich.

A: Nein, geh’n.

B: Von mir aus geh’ ich auch. In jedem Fall aber länger als kurz.

A: Ist mir egal, wie lang Sie geh’n. Hauptsache, Sie meinen es auch so.

B: Und wo?

A: Nicht hier, oder doch hier. Ich muss sowieso noch einkaufen.

B: Geh’n oder fahr’n?

A: Obst.

B: Milch.

A: Nein.

B: Woher wollen Sie wissen, ob ich Milch brauche oder nicht?

A: Tu’ ich nicht.

B: Sie trinken ihren Kaffee also schwarz?

A: Ich trinke Tee.

B: Kamille oder Schwarz?

A: Nein, mit Milch.

B: Zuerst das eine oder das andere?

A: Nie mit anderen.

B: Was wissen Sie von den Anderen?

A: Nichts, aber ich mag Sie nicht.

B: Etwa so? [holt eine Pistole hervor, erschießt A und geht ab]

Kategorien: Krumme Texte

Augen wie schlammige Pfützen

180407 · Kommentar schreiben

Denn Augen wie schlammige Pfützen sitzen da und können nicht sehen, daß es niemand ist, der um sie fleht.

Manchmal versuchen sie auszubrechen, die Ketten zu sprengen und zu vergessen, daß sie niemals, heute nicht und morgen nicht, ihr Ziel, welches sie nicht sehen können, erreichen werden.

Keiner fragt sich, warum dies so sein muß.

Festgebunden wie ein Schwein zur Schlacht warten sie und glauben doch immer noch, es würde sich ändern, so wie damals der Herbstwind kam und die Blätter davon fegte, daß alles rein wurde, doch Augen wie schlammige Pfützen sitzen da und können nicht sehen, daß es niemand ist, der um sie fleht.

Keiner fragt sich, warum dies so sein muß.

Wie viele vor ihnen hoffen sie, doch es kann niemand kommen, der nicht schon dagewesen wäre, und es kann niemand warten, der nicht schon wieder gegangen waere – und so hoffen sie immer noch, jedoch nicht wie im Märchen, denn auch sie werden einmal sterben.

Die Zeit ist aller Länder Herr. Warum fragt sich nur keiner, ob dies wirklich so sein muß?

Wenn sie die Wände entlangkriechen, wie es ihnen befohlen, werden die, die immer nur lachen, lachend saßen oder sich auf dem Boden wälzten, aufschrecken und einander sagen: »Hört, die schlammigen Augen kriechen. Sie wollen ihr Ende finden!« Und so sehr sie sich auch dieser Qual entledigen wollen, die Augen werden nie vergessen, daß sie niemals, heute nicht und morgen nicht, ihr Ziel, welches sie nicht sehen können, erreichen werden.

Keiner fragt sich, warum dies so sein muß.

Denn Augen wie schlammige Pfützen sitzen da und können nicht sehen, daß es niemand ist, der um sie fleht.

(1990)

Kategorien: Krumme Texte

Auswurf

180407 · Kommentar schreiben

»Einen Auswurf, bitte.«

»Nun, sie sehen doch! Wir haben gebrannte Sorgenkinder und kümmerliche Hänflinge, aber keinen Auswurf.«

»Nicht vielleicht doch einen kleinen?«

»Nein, auf keinen Fall! Wollen Sie einen übriggebliebenen Ketzer? Oder eine zwar leicht angeschlagene, aber durchaus noch attraktive Sirene?

»Nein, nein … vielen Dank, ich muß Auswurf haben, unbedingt Auswurf! Es ist zum verrücktwerden…«

»Na, dann nehmen Sie doch diese Rede!«

»Welche Rede von wem?«

»Na, diese Rede! Der Zentralausschußreaktionär spricht über die Rolle des Vorsitzenden bei der Besetzung des Kommissariatspostens durch den ehemaligen Vizebeisitzer des Kaderkommmitees. Mit Zwischenrufen des Geheiminspektoratskommissars und des Wirtschaftsministers – die wurden natürlich sofort abgeführt … man kann auch die Schüsse noch hören.«

»Hm.«

»Oder statt Auswurf vielleicht Ausschuß? Hier zum Beispiel hätte ich den gebrochenen Daumen der öffentlichen Hand vom letzten Jahr anzubieten.«

»Links oder rechts?«

»Ha, ha. Sie haben aber einen gewieften Humor.«

»Wieso Humor?«

»Also bitte! Links oder rechts, wenn das kein guter Witz ist…«

»Wieso Witz? Das war eine durchaus ernst gemeinte, normale Frage.«

»Junger Mann! Also, wenn das so…. Sie sollten hier nicht so mit derartigen Gedanken herumpoltern! Wollen Sie uns denn beide ins Gefängnis bringen?«

»Aber, ich wollte doch nur wissen, ob der Daumen der öffentlichen Hand, die Sie mir verk-…«

»Jetzt sind sie aber ruhig, hören Sie auf damit! Mit solchen Dingen spaßt man nicht! Sie sind wohl nicht von hier, wie?«

»Äh…nun, ich wohne fünf Meter weiter.«

»Na ja, na gut. Sie müssen wissen, in dieser Gegend sollten gewisse Dinge lieber unausgesprochen bleiben, man bekommt sonst leicht Ärger.«

»Ich sehe, sie haben Recht, es ist ein weiter Weg hierher, da muß man sich ja auch auf Unterschiede in den Gepflogenheiten einstellen. Gerade als Bildungsreisender.«

»Achneinjadoch! Mir fällt eben ein, daß man dort drüben noch Auswurf vorrätig hat. Ich habe heute morgen noch mit dem zuständigen Bezirksabteilungskoordinator darüber gesprochen. Dort sollten sie es einmal versuchen, es ist auch nicht weit, nur knapp zwei Meter. Dort drüben, sehen sie?«

»Oh ja, vortrefflich. Aber das werde ich wohl auf morgen verschieben, ich habe schließlich noch einen langen Heimweg vor mir.«

(1998)

Kategorien: Krumme Texte

Kleines Wunder

180407 · Kommentar schreiben

Die öffentliche Hand war im Begriff auszurutschen, als der Geist der Zeit sie ergriff und so ein kleines Wunder seinen Lauf nahm. Alles wurde leichter und bunter, denn der Geist der Zeit war ein eingefleischter Individualist, aber eben deswegen auch lauter.

Kategorien: Krumme Texte