digital & gluecklich

Nix

290408 · Kommentar schreiben

Ich will nichts mehr haben. Nichts. Außer dem natürlich, was ich wirklich brauche. Arbeitsmittel und Werkzeuge für die Musik und das Schreiben, CDs, Bücher, eine Grundausstattung an Geschirr und Besteck, vernünftige Kochwerkzeuge, Vorrichtungen zu deren Unterbringung, ein paar Sitzmöbel, ein Schreibtisch, die Computer und eine Internetverbindung, ein Telephon, eine Schlafstatt mit Wäsche, was eben so nötig ist. Das ist schon eine ganz schöne Menge, aber meine Güte, was ich und jeder, den ich kenne, sonst noch so an Gerümpel in der Wohnung haben… Weglaufen will ich da, einfach nur noch weglaufen und mit all dem Mist nichts mehr zu tun haben.

Überall ist Zeug und ich kann Zeug nicht mehr ausstehen. Ich hasse Zeug, das nur dazu da ist, irgendwie auszusehen. Und dennoch steht dieses Zeug überall herum und wenn ich irgendeine Ecke von Staub und Schmodder befreien will, muß ich erstmal all das Zeug beiseite räumen und brauche dafür fast immer länger, als für die Befreiung selbst.

Das Gerümpel anderer Leute und auch das öffentliche ist mir durchaus egal, darum muß ich mich nicht kümmern, das muß ich nicht aufräumen und nicht putzen oder irgendwo wieder einräumen. Aufbewahren. Haben. Weil’s ja so hüsch ist. Oder schick, cool, witzig, süß, irrsinnig vielseitig und ein Must-Have dieses Sommers. Oder einfach nur Müll, Müll, Müll.

Gewiß, ein wesentlicher Teil der Menschheit lebt davon, daß ein anderer wesentlicher Teil (Achtung: Schnittmenge) sich gerne mit Dingen umgibt, die weder irgendeiner Funktion noch einer Erkenntnis dienen, niemandem. Ich habe da zum Beispiel eine Nachbarin, die sich die Verkehrsteilnahme gerne mittels per Saugnapf an den verschiedenen Sichtscheiben ihres Automobils angebrachter Stofftierchen verniedlicht. Mir ist das unbegreiflich, aber es gibt noch mehr solcher Leute und da wird die Sache beängstigend. Die sind ja überall, auch da, wo wir verwaltet werden und ich will mich nicht von Bimmelbammelkramleuten verwaltet wissen. Eigentlich will ich überhaupt nicht wissen, was für Leute mich verwalten, aber wenn ich’s mir recht überlege, wäre das genau der richtige Job für meine Nachbarin, irgendwas im Büro ist es auf jeden Fall, vielleicht Krankenkasse.

Ja, verwalten. Dem Haben nicht unähnlich. Ich habe eine ganze Schublade voller Notizbücher verschiedener Art, die ich unbedingt haben wollte, aber nicht benutze, weil sie sich für meine Art zu schreiben und Notizen zu machen einfach nicht eignen. Eine Handvoll Karteikarten (A7) und eine Sorte bestimmter Hefte (unliniert) in zweierlei Formaten reichen mir. Oder all die Artikel, Textschnipsel und Informationsfetzen aus dem Netz, die sich auf meinem alten Rechner angesammelt haben, die ich ganz beflissen auf DVDs gesichert habe, als ich vom alten Rechner auf den neuen umgezogen bin und seitdem nicht wieder gebraucht habe. Oder die kompletten ZEIT-Jahrgänge mit akribisch angebrachten Markierungen, die ich jetzt weder erinnere noch vermisse. Oder die in den feuchten Keller ausgelagerten Bücher, die dort Flaum ansetzen. Oder die unzähligen abgenudelten Gitarrensaiten, deren Aufbewahrung sich in den vergangenen zehn Jahren notfallsweise genau einmal nützlich gezeigt hat. Ebenso die Trommelfelle… (nein, nicht die in den Ohren, die davor). Und das ist ja nur ein winziger Ausschnitt, da ist all das Wohnzeug noch nicht dabei, vom Irgendwaszeug gar nicht zu reden.

Weg. Weg, weg, weg! Und das bitte ich richtig kurz und hart auszusprechen. Das Weg ist der Weg. Und das Ziel.

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Der freie Wille

290408 · Kommentar schreiben

Es gibt Filme, die mich zu Tränen rühren, Filme, die mich Staunen machen, Filme, die ich in jeder Hinsicht gut nenne. Umwerfende, grandiose, irrwitzige, fiebrige, schockierende, geniale Filme. Die »einer der besten«-Filme. Und es gibt »Der freie Wille«.

Dieser Film tut weh. Wirklich weh.

Der beste Film, den ich je gesehen habe.

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Casimir & Caroline, die Zweite.

260408 · Kommentar schreiben

Als alte Rampensau muß ich auf die letzten drei Gelegenheiten hinweisen, die einzigartigen Höhepunkte der weiß-blauen Horvath-Revue »Casimir & Caroline«, auf die Bühne gebracht von Ridere In Publico, zu erleben. Sehen Sie in der Inszenierung des durchgeknallten Matthias Kauffmann Anna März als Caroline, Bella Thiel als Erna, Justus Dallmer als Dr. Konrad Rauch und diesen Autor als Eugen Schürzinger, und zwar am 26. April, 11. Mai und 18. Mai, jeweils um 20:00 Uhr im Theatersaal der Rosenheimer Vetternwirtschaft.

Die Presse zeigt sich begeistert, sowohl der Obervölkische Beobachter als auch die Rosenheimer Nachrichten.

Ach ja, eigentlich ist Justus Dallmer die alte Rampensau, aber für einen guten Einstieg schmiert man sich ja so Einiges aufs Brot.

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Untilted komplett

240408 · Kommentar schreiben

Erst fängt es harmlos an und dann steht man plötzlich staunend – schwindelnd – vor dem bunt leuchtenden Riesenrad. Schierer Wahnsinn.

Mein allerliebster Freund Ol, wie hat der Kerl das all die Jahre so gut versteckt, daß er Bilder sehen und festhalten kann?

Links als Untilted, hier komplett auf flickr.

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Satz & Sieg 240408

240408 · Kommentar schreiben

»Soldaten sehen sich immer so ähnlich.«

Fanny Skeffington (Bette Davis) in ›Das Leben der Mrs. Skeffington‹ (USA, 1944).

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Mit ohne Alles

220408 · 5 Kommentare

Manchmal höre ich, wie jemand Irgendwas »ohne Alles« bestellt (gut, es hilft, über einem Ausflugscafé zu wohnen), also etwa »Kuchen ohne Alles« – wobei dieses Alles ja auch nur Eines ist, die Schlagsahne eben. Der Sinn dieser Wendung ist ja zu verstehen und der Ausdruck wirkt auf seine schrullige Art auch amüsant, wirklich witzig finde ich aber den ausgesprochenen Hinweis, auf ein optionales Extra verzichten zu wollen. Solche Extras, die schleichend in den Stand des Selbstverständlichen erhoben werden, finden sich ja immer wieder, die Plastiktüte an der Supermarkt- oder Warenhauskasse zum Beispiel: »Danke, das geht ohne Tüte.«

An anderen Orten hingegen käme man niemals auf die Idee, diesen Verzicht hervorzuheben, niemand sagt am Postschalter »Diesen Brief bitte nicht als Einschreiben«, es sei denn, es handelte sich um eine Serie von Briefen, die alle bis auf einen per Einschreiben versendet werden sollten, aber das wäre nun eine eher seltene Ausnahme, die ich hier nicht erwähnen muß.

Aber abgesehen davon, könnte man statt »ohne Alles« eigentlich auch »mit Nichts« sagen?

→ 5 KommentareKategorien: Dumme Gedanken

Count it, fuckin’ count it!

170408 · Kommentar schreiben

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Satz & Niederlage

150408 · Kommentar schreiben

Niederlage auf ganzer Linie. Der Obervölkische Beobachter hat mit seinem freien Verhältnis zum geschriebenen Wort bereits vor langer Zeit mein Herz für sich gewonnen. Seit er allerdings Autoren in Lohn und Brot hält, die im Leben kein Buch gelesen haben können, bin ich ihm restlos verfallen:

Aus dem Kreisel geflogen – Unfallflucht.

Dieser Link zeigt nur einen kleinen Ausschnitt des Möglichen. Er ist darin aber durchaus repräsentativ und eignet sich bestens als Ausgangspunkt einer weiterführenden Expedition. In jeder Hinsicht.

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Einschlafschwierigkeiten

140408 · Kommentar schreiben

Ich habe noch nie verstanden, wofür die Tiefschlafautomatik unserer Computer gut sein soll. Festplatte und Bildschirm nach ein paar Minuten Ruhe abzuschalten ist ja schön und die Hersteller sind auch ganz stolz auf diese Errungenschaft, aber warum die Leute scharf darauf sind, ihren Rechner zu verpflichten, sich nach soundsoviel nutzlos verbrachten Minuten (oder Stunden, Tagen, Jahren) nahezu komplett, beziehungsweise vollständig, stillzulegen, ist mir ein Rätsel.

Was ist mit diesen Leuten los, denen ein oder zwei Klicks, ein schnöder Tastaturbefehl oder das elegante Zuklappen des Laptops zuviel sind, wenn sie länger als meinetwegen zehn Minuten von der Kiste wegbleiben? Die womöglich noch ein Hilfsprogramm laufen lassen, das sich vor die Tiefschlafautomatik schiebt, wenn der Rechner wach bleiben muss, obwohl erst mal nicht viel passiert?

Fürchten diese Leute, daß sie aufs Klo gehen und danach vergessen, zurückzukommen und das Ding weiter zu benutzen? – Surf, surf, surf, kack und piss, ach, Kaffee koch, rausgeh und Blumen kuck, Hirni sei und flöt, flöt, pfeif?

Mein Computer schläft dann, wenn ich es ihm anschaffe. Ich gehe aufs Klo und klappe das Ding vorher eigenhändig zu. Und dann klappe ich es ebenso eigenhändig wieder auf.

Dazwischen wasche ich mir irgendwann die Hände.

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Wahre Leidenschaft

030408 · Kommentar schreiben

unbekannte koreanische Band – »You’re Too Much (or Unkind)«

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